Rückblick 2017

----------------------------------------------------------------------------------------------------
Bayreuth 2017
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Katharina – bis du am Amt?

 

fragte Wolf Dietrich Wagner nach seiner kurzen persönlichen Ansprache in Erinnerung an seinen Vater Wieland Wagner, zu dessen 100. Geburtstag ein großes Gedächtniskonzert vor der Festspielpremiere am 24. Juli 2017 stattfand. Das Konzert hat uns begeistert  - angefangen mit dem Rienzi und beendet mit Parsifal – dazwischen Werke von Alban Berg und Verdi. Was? Berg und Verdi im Festspielhaus? Und wie klang das? Ich finde ganz hervorragend! Besonders begeistert hat uns aber die über 1stündige Rede von Sir Peter Jonas, dem langjährigen ehemaligen Intendanten der Staatsoper München. Brillanter und begeisternder kann eine Rede nicht sein.

 

Am 25. Juli dann die Premiere – das Wetter hätte kaum schlimmer sein können, vor allem, da das schwedische Königspaar erwartet wurde. Es regnete von morgens bis in die späten Abendstunden, dazu war es kalt. Dennoch konnten wir Blicke auf das Königspaar erhaschen, das neben der Kanzlerin in der Königsloge saß. Das Königspaar wohnte im Hotel Rheingold, in dem auch eines unserer Mitglieder wohnte – sie hatte ihr Zimmer nicht nur im gleichen Stockwerk – das Königspaar frühstückte neben ihr im Hotel!

 

Nach der Premiere, die uns inszenierungsmäßig nicht zu Begeisterungsstürmen gerissen hat – lesen Sie dazu die Kritik von Dr. Matthias Lachenmann musikalisch aber kaum zu überbieten ist - ging es zum Staatsempfang im neuen Schloss. Die Einfahrt der Ehrengäste, die in einer Kolonne auf den Straßen den Vorzug haben, verpassten wir leider. Wir sahen aber verschiedene Schauspieler, z.B. Francis Fulton-Smith, Michael Lerchenring, Tatortkommissar Udo Wachtveitel und natürlich Künstler der Festspiele. Das gesamte bayerische Kabinett (außer Markus Söder) war anwesend, Claudia Roth und Michael Hoffmeister waren auch zu sehen. Nach der launigen Begrüßung und Lob für die Aufführung von Horst Seehofer schritten die Ehrengäste (einschließlich der Bundeskanzlerin und dem Königspaar) noch einmal auf dem roten Teppich an uns vorbei, dann gab es endlich leckeres Essen und natürlich fränkisches Bier und Wein. Wie immer eine sehr gelungene Party nach der Premiere – selbst das kühle regnerische Wetter tat der Begeisterung keinen Abbruch.

 

Bier- bzw. Weinselig traten wir sehr spät den Rückweg in unsere Quartiere an, nachdem wir uns noch mit unserem Ehrenmitglied Stefan Vinke und seiner Frau Sabine, Klaus-Florian Vogt und Michael Volle fotografieren lassen konnten  - was für ein herrlicher Nachmittag und Abend!

 

Dann nahmen die Festspiele ihren Lauf – Bayreuth ohne Skandale - ein Skandal? Natürlich nicht. Wir erlebten Festspiele musikalisch auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht, allen voran Michael Volle in der Rolle des Hans Sachs, besser kann man den „Sachs“ nicht singen und darstellen – dazu Hans Martin Kränzle in der Rolle des Beckmesser – ein kongeniales Paar, das Begeisterungsstürme hervorrief. Fast wäre ich nach der „Wutarie“ des Sachs hingerissen worden, zu applaudieren,  so hat mich es mitgerissen. Wunderbar auch der Festspielchor – für mich einer der besten Chöre der Welt.

 

Der „Castorf-Ring“ – zum letzten Mal. Der Ring begeisterte mich auch im 5. Jahr in Folge über alle Maßen, ich kann nicht genug davon bekommen. Die Inszenierung mag zunächst fremd scheinen, wenn man sich aber wirklich mit ihr beschäftigt, fällt einem immer mehr auf, wie intensiv sich Frank Castorf und Patric Seibert mit der Thematik befasst und diese genial umgesetzt haben, ganz zu schweigen von den herausragenden Bühnenbildern von Alexandr Denic, die jetzt zerstört werden – wie schrecklich!

 

Natürlich sang unser Ehrenmitglied Stefan Vinke einen herausragenden Siegfried – der Jubel am Ende des Siegfrieds kannte keine Grenzen! Leider hat sich Catherine Foster am Ende des 1. Aufzugs der letzten Götterdämmerung verletzt, so dass sie aus dem Off singen musste. Bitter für die Künstlerin, die 5 Jahre in ihrer Rolle glänzte, wir wünschen ihr eine schnelle Genesung. Der Applaus am Ende der letzten Götterdämmerung war lange und nicht endend wollend. Leider kam Frank Castorf nicht mehr nach Bayreuth, wir hätten ihm gerne wieder zugejubelt für diese wunderbare Produktion. Dafür bekam Patric Seibert für seine Statistenrolle endlich den verdienten Sonderapplaus.

 

Jetzt kommen zwei Ring-freie Jahre – oh weh, das wird hart. Und natürlich die bange Frage:  Wie wird der nächste Ring 2020 sein? Wird er uns auch so begeistern können?

 

Die Tage mit den Stipendiaten waren wie immer sehr erfüllt. Bereits am ersten Abend fand der traditionelle „Fränkische Abend“ in der Handwerkskammer mit leckeren Würsten und Steaks statt. Am nächsten Morgen um 10 h dann der offizielle Empfang im Garten der Walhall-Lounge mit Dr. Stefan Specht, Katharina Wagner, Oberbürgermeisterin Merk-Erbe und Horst Eggers. Einige ehemalige Stipendiaten, wie z. B. Andreas Hörl und Stefan Vinke waren anwesend, die natürlich von den jungen Künstlern umringt waren. Dennoch nahm sich Vinke die Zeit, sich mit unseren drei Stipendiaten zu unterhalten und fotografieren zu lassen. Danach die Führung durch das Festspielhaus – auch nach vielen Führungen kann ich es nicht lassen, mitzumachen. Am Nachmittag die „Meistersinger“, die uns alle begeisterten. In der 2. Pause waren die Vorsitzenden der Verbände und/oder Stipendiatenbegleiter auf den VIP-Balkon zu einem Umdruck von der Festspielleitung eingeladen. Als Dank und Anerkennung an die Verbände für die Unterstützung und Finanzierung der Stipendiaten, eine sehr schöne Geste, die uns alle erfreut hat. Vom Balkon hat man einen ganz anderen Blick auf das Treiben vor dem Festspielhaus. Zudem war im 2. Akt ein Unwetter über Bayreuth gezogen, das nicht nur Bäume beschädigt hat, sondern auch die Festspielfahne herausgerissen und in einen Baum verweht hat (siehe Foto).

 

Am nächsten Tag folgte „Tristan und Isolde“ – in der ersten Pause luden wir unsere drei Stipendiaten ins Freiluftbad zu Würstchen und Apfelschorle ein (danke dem edlen Spender!) – das Wetter war schön warm, aber nicht zu heiß. Am Folgetag – besonders für unseren Konstantin Krimmel der Höhepunkt – das große öffentliche Stipendiatenkonzert, in diesem Jahr im Europacenter. Konstantin war als erster dran und sang wunderbar eindringlich ein Lied von Franz Schubert. Er wurde allseits gelobt und wir wurden beglückwünscht für unseren sehr guten Sänger! Nach dem Konzert wurde noch lange gefeiert – bei warmem Wetter konnten wir lange draußen sitzen.

 

Die Tage mit den jungen Leuten vergingen wie im Fluge – schon war nach der Walküre, die alle als Höhepunkt empfanden, der Abschiedsempfang im Steigenberger, auch hier floss der Wein in Strömen und wir verabschiedeten unsere drei glücklichen und auch etwas wehmütigen Stipendiaten – wir sehen und hören sie spätestens wieder bei unserer Adventsmatinee am 9. Dezember.

 

Bis zum Beginn von Ring III hatten wir zwei „freie Tage“, endlich fanden wir Zeit, Ausflüge in die Umgebung zu machen. Wir „entdeckten“ Kronach: ein hübsches Städtchen mit einer wunderbaren Festung, in der im Sommer hoch oben die „Faust Festspiele“ stattfinden – wir haben uns vorgenommen, sie einmal zu besuchen. Eine absolute Empfehlung, sich den Ort und die Festung anzusehen, es gibt dort auch Führungen.

 

Resümee? Um auf die Frage von Wolf Dietrich Wagner zurück zu kommen: Ja, Katharina ist am Amt! Das künstlerische Niveau war sehr hoch, die Stimmung hervorragend, auch im umstrittenen Castorf-Ring sind die Buh-Rufer verstummt.

 

Nach drei Wochen Urlaub mit wunderbaren Aufführungen, interessanten Begegnungen mit Freunden und Künstlern und Ausflügen in die Umgebung frage ich mich einmal wieder wie ich es bis 25. Juli 2018 woanders aushalten soll. Ich danke allen Künstlern, Freunden und Bekannten, die diese wunderbaren Wochen zu einem besonderen Erlebnis werden ließen. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

 

Viola Lachenmann

1. Vorsitzende

----------------------------------------------------------------------------------------------------

 

RWV Ulm/Neu-Ulm e. V. (mal wieder) on tour


 

Am 15. Juli 2017 machten sich 19 Mitglieder und 6 Freunde von Ulm mit dem Bus auf nach Heidenheim zu den dort jährlich stattfindenden Schlossfestspielen. Endlich spielten sie Wagner – den Fliegenden Holländer!
Unsere freundliche Stadtführerin, Inge Reimann, wartete bereits auf uns vor dem Kongresszentrum. Wir wurden mehr als 2 Stunden äußerst fachkundig mit den Reizen der Kunst-, Sport- und Industrie-Stadt Heidenheim bekannt gemacht. Wir bummelten an einem Kunstwerk im öffentlich Raum vorbei Richtung Schloss, in dessen Rittersaal der „Fliegende Holländer“ eigentlich hätte aufgeführt werden sollte. Leider war es von den Verantwortlichen aber in das Kongresszentrum verlegt worden, weil es am Abend zu kalt werden sollte (was unserer Begeisterung allerdings keinen Abbruch tat).

Wir hatten vom Schloss einen herrlichen Blick auf die Stadt und erfuhren viel über den Industriestandort und die Geschichte der Stadt. Nicht zuletzt ist Heidenheim auch ein geologisch hoch interessanter Standtort, wurde nicht erst eine Woche zuvor das nahegelegene Lonetal zum Weltkulturerbe ernannt!

Nach einem kurzen Besuch des berühmten Kutschenmuseums mit dem ältesten Taxi der Welt ging es bergab in die hübsche Altstadt, vorbei an einer herrlichen Blumenwiese. Dann wurde es Zeit, uns zu verabschieden, im „Pfauen“ wartete bereits die Wirtin auf uns – wir durften uns ja nicht verspäten. Nach zwei Stunden Spaziergang hatten wir alle Durst und ließen uns die leckeren Speisen schmecken. Dann aber ging es endlich ins Kongresszentrum, zum eigentlichen Ziel und Höhepunkt unserer Reise. Unsere Erwartungen wurden nicht nur voll erfüllt, wir waren von der Aufführung vollauf begeistert! Sänger – Orchester – Inszenierung –  alles hervorragend. War die Geschichte auch etwas anders erzählt als wir es gewohnt waren, es war schlüssig und überaus spannend – mehr wird nicht verraten – schauen Sie selbst! Glücklich mit vielen Eindrücke und der herrlichen Musik im Ohr und in der Seele waren wir allzu schnell wieder in Ulm.

 

Kommen Sie das nächste Mal einfach mit.

Viola Lachenmann

1. Vorsitzende

 

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Reise Essen

Reise München

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Verbandsfahrt des RWV Ulm/Neu-Ulm e.V.

nach Essen vom 31. März bis 2. April 2017

 

Wir mussten früh aufstehen am 31. März, denn unser Zug fuhr bereits um 6.50 h in Ulm nach Essen ab. Die Fahrt war sehr vergnüglich mit frischen Brezeln und einem Glas Sekt für jeden. Wir kamen pünktlich in Essen an und checkten in dem nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernten Hotel Mercure Plaza ein, das allen sehr gut gefiel – sehr komfortable Zimmer und ein mehr als fürstliches Frühstück erwartete uns jeden Morgen.

 

Alle waren überrascht von der grünen Stadt Essen, denkt man doch im Ruhrgebiet eher an graue Häuserfassaden. Weit gefehlt! Essen ist eine pulsierende Stadt mit dem wunderschönen Aalto Theater, der Philharmonie, dem Krupp-Areal und der höchst eindrucksvollen Zeche Zollverein, die wir gleich nach unserer Ankunft besuchten. Wir wurden bereits von unserem freundlichen und überaus sachkundigen Führer empfangen und erfuhren viel über die Geschichte der Zeche, die Not der Menschen, die dort arbeiten mussten und oft aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen ihr Leben verloren. Die stillgelegte Zeche ist vollständig erhalten und heute als Museum zu besichtigen. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, bei strahlendem Sonnenschein hatten wir vom obersten Aussichtspunkt der Zeche einen Blick auf das gesamte Ruhrgebiet.

 

Nach kurzem Ausruhen im Hotel ging es dann zum Grillo-Theater in der Innenstadt – alles fußläufig gut zu erreichen! Wir wurden von unserem früheren Stipendiaten Markus Tatzig, der als Dramaturg an der Oper Essen arbeitet und der das ganze wunderbare Wochenende für uns perfekt organisiert hat, empfangen. Im Foyer des Grillo-Theaters wurden nach einer kurzen Einführung von Tatzig die Wesendonck-Lieder von Bettina Ranch zum Besten gegeben und waren ein hervorragender Einstieg in unser Wagner-Wochenende. Am Abend sahen wir im Theater das Theaterstück „Parsifal“ – nach dem Buch von Tankred Dorst und Text und mit Musik aus Parsifal von Richard Wagner. Das Stück fand nicht bei allen Zustimmung, die Mischung aus Sprechtheater und gesprochener Oper wollte nicht alle überzeugen. Danach labten wir uns im Theater-Restaurant mit leckeren orientalischen Speisen und so manchem Glas Wein oder Stauder-Pils.

 

Am Samstag wurden wir um 10 h in der Oper empfangen von einer früheren Tänzerin, die heute u. a. als Besucherbetreuerin im Theater arbeitet und uns sehr sachkundig über die Geschichte des Baus der Oper, den Aalto nicht mehr erlebt hat, weil zu seinen Lebzeiten kein Geld da war, das Haus zu bauen, berichtete. Wir erhielten einen fabelhaften Einblick hinter die Kulissen des Theaters mit Besuch der Bühne, auf der gerade die Kulissen für den Lohengrin aufgebaut wurde, der Schneiderei, der Perückenmacherei, den Schreinersaal und vieles mehr. Nach zwei aufregenden Stunden hatte dann jeder „frei“ – eine Gruppe machte eine Rundfahrt mit dem sog. Kulturbus, andere labten sich in einem der vielen hübschen Restaurants auf der „Rü“ oder besuchten das eindrucksvolle Krupp-Gelände oder das Folkwang Museum.

 

Pünktlich um 16 h begann im Operncafé eine Lesung mit Texten von Richard Wagner, anschließend gab Tatzig eine sehr sachkundige Einführung in den „Lohengrin“ und dann ging es auch schon los – mit dem Höhepunkt der Reise – der Aufführung des „Lohengrin“, der uns sehr gut gefiel. Das Orchester war großartig, besonders die Bläser stachen hervor. Die Arbeit des GMD Netopil mit dem Orchester ist wirklich beeindruckend. Die Sängerleistung war sehr gut und die Inszenierung fand weitgehend Zustimmung. Wir waren uns allerdings einig, dass „unser“ Ulmer Lohengrin in der Inszenierung von Operndirektor Matthias Kaiser der Essener Inszenierung mehr als standhielt.

Danach hatten wir im türkischen Restaurant Tablo einen Tisch reserviert, der fast nicht ausreichte, weil wir davon überrascht wurden, dass Markus Tatzig nicht nur Elsa(Jessica Muirhead) und den Lohengrin (Daniel Johansson), sondern auch die Ortrud (Alexandra Petersamer) zum Feiern mitbrachte. Es war ein fröhlicher und interessanter Ausklang mit den Künstlern.

 

Wer noch nicht genug hatte, zog noch weiter in die Essener Kult-Kneipe, die Ampütte - wann die letzten ins Bett fanden, bleibt unter uns Teilnehmern!

 

Am Sonntagmorgen war zwischen dem Frühstück und der Abfahrt des Zuges noch ein wenig Zeit, sodass einige noch das berühmte Folkwang Museum besuchten oder bei herrlichem Sonnenschein einen Stadtbummel machten. Um 13 h genau fuhr uns der Zug zurück nach Ulm, wir kamen glücklich und voller neuer Eindrücke an. Alle waren sich einig, dass dieser Ausflug unseres Verbands überaus gelungen war (wie alle unsere Ausflüge!)

 

Noch einmal unser besonderer Dank an Markus Tatzig, der das Wochenende perfekt für uns geplant hatte und uns ermöglichte, noch die Stars des Opernabends zu erleben. Wir sind stolz, dass wir einen so ausgezeichneten Stipendiaten in unseren Reihen haben durften.

 

Viola Lachenmann

1. Vorsitzende

 

----------------------------------------------------------------------------------------------------

RWV Ulm/Neu-Ulm e. V. auf Reisen nach

München von 20. auf 21. Januar 2017

 

Die deutsche Bahn brachte 23 Mitglieder und Freunde des RWV (pünktlich!) nach München. Nach dem Hotelbezug trafen wir uns am Eingang des Bayerischen Rundfunks im Hochhaus. Um 16 h holte uns Bernhard Neuhoff, Leiter der Programmredaktion von BRKlassik ab und führte uns 1 ½ Stunden durch den BR. Wir konnten sein Büro im 12. Stock des Hochhauses mit wunderbarem Blick auf München bewundern. Er erzählte uns über die Strukturen des BR und seinen Beruf als Musikjournalist.

 

Dann führte er uns in das Büro einer Tonmeisterin, die uns die neueste Surround-Technik vorführte und uns schilderte, dass sie für eine Studioaufnahme mit berühmten Künstlern nicht nur über ein absolutes Gehör verfügen und die Partitur lesen können müsse. Wichtig seien auch kommunikative Fähigkeiten, wie z. B. einen berühmten Sänger darauf hinzuweisen, dass er zu hoch oder zu tief gesungen habe und die Stelle wiederholt werden müsse. Höchst interessant war für uns Wagnerianer die Schilderung der Mitschnitte aus Bayreuth, die bereits seit 18. August 1938 jährlich gesendet und an Sender der ganzen Welt weiter gegeben werden. Wird live übertragen, können etwaige Fehler nicht mehr geändert werden, zumindest nicht für die deutschsprachigen Sender. Werden Mitschnitte gesendet, können Fehler durch Aufnahmen einer Haupt- oder Generalprobe eventuell noch korrigiert werden.

 

Anschließend hatten wir die Möglichkeit, in einem Sendestudio live die Sendung „Leporello“ mitzuerleben. Witzigerweise konnte die Musikredakteurin Sylvia Schreiber genau in der Zeit, in der wir im Studio waren, die News verkünden, dass die Familie des Stamms von Wieland Wagner keine Berufung gegen ein aktuelles Urteil einlegen werde. Nun kennen wir das Gesicht hinter Stimme!

 

Dann wurde es noch spannender! Wir wurden in das Schallarchiv geführt mit dem riesigen Archiv von Tondokumenten, die großen historischen Wert haben und derzeit digitalisiert werden. Wir danken Bernhard Neuhoff an dieser Stelle nochmals herzlich für seinen Einsatz!

 

Dann aber schnell zur S-Bahn, wir hatten nämlich Karten für ein Sonderkonzert des Sinfonieorchesters und des Chores des BR mit einem konzertanten Falstaff unter der Leitung von Daniel Harding. Falstaff wurde von Bryn Terfel gesungen. Kaum betritt dieser Ausnahmesänger den Saal, beherrscht er ihn mit seiner Ausstrahlung und seiner wundervollen Stimme. Alle Solisten sangen mit einer Spielfreude in dieser halb-szenischen Aufführung, die seinesgleichen suchte. Begleitet vom Sinfonieorchester und dem wundervollen Chor des Bayerischen Rundfunks wurde der Abend zu einer Sternstunde – so schnell werden wir keinen Falstaff mehr anschauen – die Aufführung hat Maßstäbe gesetzt und war eine echtes Highlight.

 

Der Abend klang in der urig-bayerischen Gaststätte „Tattenbach“ aus. Endlich konnten wir in Ruhe leckeres Essen schmausen und das hervorragende Augustiner-Bier genießen.

 

Am Samstag schlenderten wir über den Viktualienmarkt, machten kleinere Einkäufe und freuten uns an der herrlichen Sonne, die die eisige Kälte erträglich machte. Zum Abschluss noch ein kleiner Imbiss, dann ging es gemeinsam zurück mit der Bahn.

 

Fazit? Ein überaus interessanter Ausflug des RWV Ulm/Neu-Ulm, der allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Unsere nächste Reise wird uns von 31. März bis 2. April nach Essen führen – Gäste sind willkommen!

 

Viola Lachenmann

1.Vorsitzende