Wochenendreise Meiningen

 

Zu Rienzi nach Meiningen

 

Ein Bericht von Dr. Jürgen Ambrosius


 

18./19. Juni 2011 - „Auf nach Meiningen", so lautete die Parole der Ulmer Wagnerianer. Dort wird in diesem Sommer Wagners nur selten zu hörende frühe Oper Rienzi unter freiem Himmel aufgeführt. Unsere Unterbringung sollte, wie bestätigt, in der Meininger „Fronfeste", dem einstigen Frauengefängnis, erfolgen; doch „im Kittchen war kein Zimmer frei" und wir wurden „zum offenen Vollzug" ins „Schlundhaus" - nomen est omen" -verlegt. So erst einmal (her)untergekommen, konnten wir uns auf einem kundig geführten Rundgang mit der Stadtgeschichte Meiningens und seiner reichen Theater- und Musiktradition vertraut machen. Die frühere Herzogsresidenz mit ihren gerade einmal 20000 Seelen ist überschaubar. Kein Wunder also, wenn wir hier 2 alten Ulmer Bekannten begegneten, dem Intendanten Ansgar Haag und Operndirektor Dr. Klaus Rack, beide heute erfolgreiche und beliebte Theaterleute in Meiningen.

 

Vor prächtiger Parkkulisse erklang die Rienzi-Ouvertüre, gespielt von der Meininger Hofkapelle. In den folgenden 3 Stunden gab es dann „Große Oper" mit vielen packenden Szenen, die gewisse Längen vergessen ließen. Die jungen Gesangsstars, Chor und Statisterie gaben ihr Bestes, allen voran bravourös der karriereverdächtige Titelheld Rienzi: Unermüdlich und unverdrossen kämpfte er mit bis zum Schluß klangschöner Stimme gegen Ränke schmiedende Adlige und wankelmütige Römer an, aber auch gegen wiederholt niedergehende Regenschauer. Zwischendurch kam kurz noch einmal die Abendsonne heraus und gab den auf Bühne und Sitzreihen Ausharrenden neue Hoffnung auf ein „halbtrockenes" Finale. Es war ein gelungenes Opernerlebnis, Rienzi sei's gedankt! Mit Speis und Trank im „Sächsischen Hof" klang der Opernabend aus.

 

Nach einem morgendlichen Besuch im sehenswerten Theater- und Kulissen-Museum mit vielen Belegen aus der Meininger Theatergeschichte und einer Führung durch die herzogliche „Elisabethenburg" machten wir uns nachmittags auf die Rückreise ins heimatliche Ulm.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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