Reisebericht über die Fahrt zur Parsifalaufführung nach Darmstadt 10./11. April 2009

Bei herrlichem Frühlingswetter fuhren wir am Karfreitag um 9.05 Uhr am Ulmer Hauptbahnhof weg. Im Zug trafen wir uns mit den Freunden aus dem Augsburger Verband. Bereits während der Zugfahrt ergaben sich interessante Gespräche mit neuen Bekannten, die der gleichen Leidenschaft frönen.

In Darmstadt angekommen reichte die Zeit für ein gemütliches Mittagessen in einem sehr guten Chinarestaurant. Danach bezogen wir unsere Hotelzimmer. Um 14.30 Uhr trafen sich alle am Darmstädter Staatstheater. Unsere Plätze boten uns gute Sicht auf die Bühne, was wir sahen und hörten begeisterte uns jedoch nicht vollkommen. Wir hätten uns das Dirigat spannungsreicher gewünscht und vermissten den mit Vorfreude erwarteten Karfreitagszauber. Die Blumenmädchen waren sehr spartanisch ausgestattet, so dass Parsifals Bedrängnis nicht so richtig nachempfunden werden konnte. Klingsor befremdete mit Gehrock und Brille, ohne Ausdruck in Gestaltung und Gesang.

Das Bühnenbild war recht ansprechend, doch es fehlte eine spannende Personenführung. Die gesanglichen Leistungen von Amfortas, Gurnemanz und Kundry waren zufriedenstellend, während der Sänger des Parsifal vom Ausdruck her und auch stimmlich zu wünschen übrig ließ, vor allem im dritten Aufzug schwächelte er erheblich. Der Chor, der leider meist nicht sichtbar war, sang erfreulich gut. Durch mehr Bewegung des Chores hätte die etwas zähe Inszenierung doch erheblich gewonnen. Dennoch waren wir wehmütig, als sich der Vorhang zum letzten Male senkte und die Gralsglocken verstummten.

Nach diesen 6 ¼ Stunden stärkten wir uns mit leckeren türkischen Speisen, es gab viel zu diskutieren, die Meinungen über die Vorstellung waren geteilt. Die Augsburger Freunde waren überwiegend positiver gestimmt als wir »Ulmer«. Als Absacker genehmigten wir uns in einer Bar – draußen in der lauen Luft sitzend – noch einen Drink.

Das Hotel war sehr angenehm, nach einem opulenten Frühstück mit einem Glas Sekt zum Abschluss machten wir am Karsamstag einen Spaziergang zum Künstlerviertel »Mathildenhöhe«, bewunderten Jugendstilzimmer und deren Enterieur und staunten über die vielen verschiedenen Masken. Wir betraten die Russische Kapelle, lasen von der Sonnenuhr des Hochzeitsturms die Zeit ab und genossen bei herrlichem Sonnenschein einen weiten Blick auf Darmstadt. Die Natur war gänzlich erwacht, alle Bäume standen in voller Blüte, es roch herrlich nach Frühling.

Kurz nach 17 Uhr kamen wir nach einer gelungenen Reise pünktlich wieder in Ulm an.

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