Rückblick 2009
Samstag, 28. März 2009, 15 Uhr
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm
Vortrag von Roland Bauer, Stuttgart
»Parsifal – warum er nicht lieben darf!«
In unserer ersten öffentlichen Veranstaltung beschäftigte sich der Stuttgarter Ministerialreferent Roland Bauer mit Wagners letztem Musikdrama »Parsifal«. Roland Bauer zeigte die Entwicklung in Wagners Nachdenken über zentrale Fragen der Liebe, der Befreiung und der Erlösung auf und verhalf den erfreulich zahlreich erschienenen Zuhörern zu einem tiefer gehenden Werkverständnis.
10./11. April 2009
Theaterfahrt nach Darmstadt
Richard Wagner: Parsifal
Aufführung des Staatstheaters Darmstadt
Die erste Theaterfahrt des Richard-Wagner-Verbandes Ulm/Neu-Ulm e.V. führte am Karfreitag 2009 nach Darmstadt zur Parsifalaufführung in der Inszenierung von John Dew.
14.–17. Mai 2009
Internationaler Richard-Wagner-Kongress 2009
Alljährlich im Frühjahr findet – jeweils in einer anderen Stadt – der Internationale Richard-Wagner-Kongress statt. Veranstaltungsort zum 100-jährigen Bestehen der Richard-Wagner-Verbände war in diesem Jahr Dresden. Die Teilnehmer erwartete ein interessantes Programm, bestehend aus musikwissenschaftlichen Vorträgen, Konzerten und Opernaufführungen. Der nächste Kongress findet vom 13. bis 16. Mai 2010 in Stralsund statt.
Samstag, 6. Juni 2009, 15 Uhr
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm
Vortrag von Marc Konhäuser, Augsburg
R.W. – Venezia
Ein »Traum der Ahnung«
Nebel, Liszt, Wasser, Tristan, Labyrinth, Spiegelung, »Trug des Herzens« …
Versuch einer Annäherung an ein Phänomen, das seit seiner Entstehung viele Künstler geprägt hat. Marc Konhäuser M.A. studierte an der Freien Universität Berlin und an der Università Ca‘Foscari Venedig Musikwissenschaft und Philosophie. In Augsburg, Berlin und Venedig wurden seine Kompositionen aufgeführt. Seine Magisterarbeit befasst sich mit Zitat und Komik in Richard Strauss’ Liederzyklus »Krämerspiegel«. Marc Konhäuser hat des Weiteren Pharmazie studiert und im Juli 2005 die Approbation als Apotheker erhalten.
25. Juli – 28. August 2009
Bayreuther Festspiele 2009
In der ersten Spielzeit der neuen Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier standen Wiederaufnahmen von »Tristan und Isolde«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Der Ring des Nibelungen« und »Parsifal« auf dem Spielplan. Premiere hatte das Projekt »Richard Wagner für Kinder«: Eine kindgerechte Umsetzung des »Fliegenden Holländers« begeisterte die Kleinen. Wer von den Großen keine Festspielkarte ergatterte, konnte beim zum zweiten Mal stattfindenden Public Viewing Festspielatmosphäre der anderen Art miterleben. Zur Liveübertragung von »Tristan und Isolde« aus dem Festspielhaus strömten Tausende auf den Volksfestplatz. Auch einige unserer Mitglieder waren zur Festspielzeit in Bayreuth. Eindrücke unserer 1. Vorsitzenden Viola Lachenmann lesen Sie hier:
8.–11. Oktober 2009
6. Internationaler Gesangswettbewerb für Wagnerstimmen
ausgerichtet vom Richard-Wagner-Verband Karlsruhe e.V.
Der öffentliche Wettbewerb, der seit 1994 dreijährlich ausgetragen wird, bietet Sängerinnen und Sängern eine Plattform, um auf ihr Talent aufmerksam zu machen, und dient somit der Entdeckung von jungen Künstlern, die erwarten lassen, dass sie nach weiterer Stimmreifung und Bühnenerfahrung ins Wagnerfach hineinwachsen können. Am Wettbewerb nehmen Sängerinnen und Sänger mit abgeschlossener musikalischer Berufsausbildung und einem Höchstalter von 35 Jahren teil, die nach erfolgter Bewerbung von den nationalen Richard-Wagner-Verbänden bzw. internationalen Richard-Wagner-Gesellschaften benannt wurden.
Beim diesjährigen Gesangswettbewerb, der unter dem Motto »Richard Wagners neue Stimmen« stand, überzeugte die schwedische Sopranistin Emma Vetter die Jury unter dem Vorsitz von Eva Wagner-Pasquier mit der Ballade der Senta aus der Oper »Der fliegende Holländer« und gewann den 1. Preis. Drei weitere Sänger wurden ausgezeichnet: Sopranistin Betsy Horn (USA) und Bariton Yoontaek Rhim (Korea) teilen sich den Nachwuchspreis, Bariton Falko Hönisch (Deutschland) erhielt den Publikumspreis.
Auch eine »Delegation« aus Ulm brach nach Karlsruhe zum Gesangswettbewerb auf und verbrachte dort erlebnisreiche Tage. Neben dem Besuch des Wettbewerbsfinales stand u.a. eine »Rheingold«-Aufführung des Badischen Staatstheaters auf dem Programm.
Samstag, 21. November 2009, 15 Uhr
Volkshochschule Ulm, Club Orange · Kornhausplatz 5
David Schnell
»Da zu dir der Heiland kam«
Biblische, theologische und kirchengeschichtliche Hintergründe in Richard Wagners »Meistersingern von Nürnberg«. Ein Vortrag mit Musikbeispielen.
Die Meistersinger von Nürnberg spielen am Johannistag, bzw. am Vorabend zu diesem ursprünglich sehr kirchlichen Fest. Sie sind durchdrungen von Anspielungen auf Johannes den Täufer, die Taufe und andere biblische Metaphern und Erzählungen. Schließlich spielt auch der historische Kontext in Nürnberg, einem Zentrum der Reformation im 16. Jahrhundert, keine unwesentliche Rolle in diesem Werk. Es lohnt, sich auf eine Entdeckungsreise zu diesen teils offensichtlichen, teils aber auch eher verborgenen Aspekten dieser Oper zu begeben.
»Museen und Theaterhäuser können für Menschen zu ›Kulturtempeln‹ werden. Statt über die Religionsferne der Kunst zu klagen, sollten die Kirchen den Dialog als Bereicherung sehen«, rät David Schnell, Pfarrer im evangelischen Stadtkirchenpfarramt am Museumsufer in Frankfurt am Main. Ein Schwerpunkt der langjährigen Arbeit des Referenten liegt im Aufzeigen und in der Vermittlung religiöser und theologischer Hintergründe in Werken der Bildenden Kunst, der Musik und in der Darstellenden Kunst, insbesondere in der Oper.
Samstag, 12. Dezember 2009, 11 Uhr
Volkshochschule Ulm, Club Orange · Kornhausplatz 5
Adventsmatinee
mit der Mezzosopranistin Gillian Crichton
Gillian Crichton studierte Geige und Musikwissenschaft in Belgien sowie Gesang an der Universität von Cardiff und der Royal Academy of Music in London. Sie nahm teil an Meisterkursen u.a. von René Jacob und Marjana Lipovsek.
Seit der Spielzeit 2004/05 ist Gillian Crichton Ensemblemitglied am Theater Ulm. Ihr Repertoire umfasst u.a.: Ottavia (L'incoronazione di Poppea), Ruggiero (Alcina), Orfeo (Orfeo ed Euridice), Idamante (Idomeneo), Dorabella (Cosi fan tutte), Rosina (Der Barbier von Sevilla), Alisa (Lucia di Lammermoor), Nancy (Martha), Maddalena (Rigoletto), Prinz Orlofsky (Die Fledermaus), Olga (Eugen Onegin). Im Wagnerfach war sie in der Spielzeit 2008/09 als Venus im Tannhäuser zu erleben.
Gillian Crichton verfügt außerdem über ein umfassendes Konzertrepertoire (Bach, Beethoven, Mozart, Mendelssohn, Mahler) und gab zahlreiche Liederabende mit Werken u.a. von Barber, Brahms, Britten, Copland, Falla, Fauré, Schubert und Schumann.


